Service-Navigation

Mehr Wertschätzung von Lebensmitteln:
Staatssekretärin Gurr-Hirsch initiiert Austausch zwischen deutsch-französischen Partnerkommunen

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und das Deutsch-Französische Institut Ludwigsburg (dfi) luden am 2. Oktober 2020 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunalpolitik, Verwaltung, Kirche sowie der Tafel zur Tagung „Grenzenlos nachhaltig – restelos essen“ nach Stuttgart ein. Die im Kontext des Erntedankfestes stattfindende Veranstaltung bot den Anwesenden Raum, sich über ihre bereits bestehenden Aktivitäten bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. In ihrem Grußwort betonte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, dass das Ziel der Vereinten Nationen, die Halbierung der weltweiten Lebensmittelverschwendung bis 2030, ein gesamtgesellschaftliches Engagement erfordere. Noch immer würden zu viele noch genießbare Lebensmittel weggeworfen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass weltweit rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel auf dem Weg vom Acker bis zum Teller im Müll landet. „Es ist wichtig, die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette und über geografische Grenzen hinweg anzugehen und den Lebensmitteln die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen“, betonte die Staatssekretärin. Deutsch-französische Partnerkommunen könnten sich über kommunale Strategien gegen Lebensmittelverschwendung und mehr Wertschätzung von Lebensmitteln und deren Erzeugung austauschen, regte die Staatssekretärin an.

Prof. Dr. Baasner, Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg (dfi), betonte, dass die kommunale Ebene sehr gut geeignet sei, bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung grenzüberschreitend und effektiv zusammen zu arbeiten. Er verwies auf den Aachener Vertrag, den Frankreich und Deutschland 2019 unterzeichnet haben. Um die Kommunikation zwischen den deutsch-französischen Partnergemeinden zu verbessern, arbeite das Institut gerade an einer Online-Plattform. Dort könnten zukünftig auch die gemeinsamen Aktivitäten zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung eine Rolle spielen.

Dass eine Halbierung der Lebensmittelverschwendung erreichbar ist, zeigte Dominik Leverenz von der Universität Stuttgart durch Erhebungen seines Institutes in Privathaushalten. Auch in der Gastronomie, am Beispiel des Frühstücksbuffets in Hotels, könnten Rückläufe in z.T. noch größeren Dimensionen eingespart werden. Wichtig sei ein Monitoring der Lebensmittelabfälle und eine automatisierte Messung dieser Mengen, für die die Universität Stuttgart aktuell die App „Ressourcenmanager Food“ entwickelt.

Einen anderen Ansatz um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren präsentierte Franziska Lienert. Sie stellte die Too good to go-App vor, mit der Restaurants oder Lebensmittelhändler zu viel produzierte Mahlzeiten bzw. überschüssige Lebensmittel zu einem vergünstigten Preis verkaufen können. Ca. vier Millionen Menschen haben sich bereits in Deutschland registriert, in Frankreich sind es bereits über sieben Millionen Menschen. Neben der App setzt Too good to go auch auf Bildung und Aufklärung sowohl in Schulen und Betrieben als auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Gemeinsam mit Partnern aus der Lebensmittelbranche wurde die Kampagne „Oft länger gut“ gestartet. Sie soll Verbraucherinnen und Verbraucher dazu anregen, Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, mit allen Sinnen auf deren Verzehrsfähigkeit zu testen. Ganz neu gestartet wurde das Projekt „Zero food waste-Städte“.

In der anschließenden Podiumsdiskussion herrschte Einigkeit darüber, dass neben verschiedenen Initiativen die Bildung ein wesentlicher Baustein bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist.

Pressemitteilung des MLR

Maßnahmenplan „Reduzierung von Lebensmittelverlusten 2018-2021“

Präsentation Too good to go

Präsentation Universität Stuttgart

www.lebensmittelretter-bw.de

www.machs-mahl.de/,Lde/Themen/Gutes+Essen+ohne+Reste

www.landeszentrum-bw.de

Fußleiste

© 2015-2018 MACH'S MAHL | MLR Baden-Württemberg