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Hintergrund zur Ernährungsstrategie in Baden-Württemberg

Gesundheit

Die gesundheitlichen Auswirkungen einer unausgewogenen Ernährung zeigen sich an der steigenden Anzahl ernährungsabhängiger Erkrankungen. Zu viel an Fett und Zucker sowie der Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte führen zu Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und immensen gesellschaftlichen Folgekosten in Milliardenhöhe. In Baden-Württemberg ist schätzungsweise jeder vierzehnte Einwohner an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, unter Einbeziehung der unentdeckten Fälle zirka jeder elfte Einwohner. 

Auch andere Zahlen zu ernährungs(mit)bedingten Folgen belegen den Handlungsbedarf. Fast 25 Prozent aller Erwachsenen und etwa 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind stark übergewichtig (adipös). Je niedriger der sozioökonomische Status, desto häufiger treten Übergewicht und Adipositas auf. Die Verringerung von Übergewicht und Adipositas ist ein wichtiger Schritt zur Vermeidung einer Vielzahl chronischer Erkrankungen. 

Umwelt / Natur

Durch einen von Überangebot geprägten Lebensstil beanspruchen die Menschen in Industrieländern die natürlichen Ressourcen stark. Deshalb ist eine bewusste und nachhaltige Ernährung wichtig, die Aspekte, wie z. B. Regionalität, Saisonalität, ökologische Produktion, fairen Handel, ressourcenschonende Erzeugung, gentechnik-freie Erzeugung oder Produkte mit besonderem Naturschutznutzen wie Streuobst oder Lammfleisch, berücksichtigt. Damit werden negative Auswirkungen auf die Umwelt minimiert und Kulturlandschaften erhalten. Die umweltpolitische Bedeutung der Ernährung und die Verantwortung des Landes sind auch im „Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept Baden-Württemberg“ verankert. 

Kultur

Was, wo und mit wem Menschen essen und trinken, sagt viel über ihre Werte und Vorlieben aus und ist ein Ausdruck von sozialer Herkunft, Individualität und Gruppenzugehörigkeit. Unsere Esskultur befindet sich in einem stetigen Wandel. Ernährungstrends sind Ausdruck der jeweiligen Strömungen. Der Erfolg von Ernährungstrends wird heutzutage verstärkt durch die Möglichkeiten der Kommunikation und Gruppenbildung in den sozialen Medien. Unreflektiert kann dies zu Gruppendruck und dem Transport falscher Idealbilder führen. Die immer stärkere Differenzierung der Essgewohnheiten und Ernährungstrends wird aus Sicht von Experten auch in Zukunft erhalten bleiben.

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