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Praxisnahe Tipps für die erfolgreiche Schulmensa


Die Veranstaltungsreihe „Schulmensen gut geplant – Voraussetzung für Akzeptanz, Erfolg und Qualität“ am 23. März 2017 in Tübingen und am 30. März 2017 in Lichtenau bot Fachkräften praxisnahe Tipps zur Planung und zum Betrieb von Schulmensen. Abgerundet wurde das Programm durch Praxisbeispiele zweier Schulen.

„Mit einer optimalen Schulverpflegung leisten wir einen großen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention. Doch das beste Essensangebot ist nicht erfolgreich, wenn Schülerinnen und Schüler nicht gerne in der Mensa essen. Der Landesregierung ist deshalb die Qualität der Schulverpflegung ein wichtiges Anliegen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, auf den Informationsveranstaltungen. Das Ambiente, die Lautstärke oder Wartezeiten seien Faktoren, die neben dem Speisenangebot eine wichtige Rolle bei der Akzeptanz einer Schulmensa spielten.

Bei der Planung und Etablierung einer erfolgreichen Mensa sind viele Dinge zu berücksichtigen. Zur optimalen Umsetzung bietet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) vielfältige Beratungs- und Informationsangebote an. Die Veranstaltungsreihe „Schulmensen gut geplant“, die das Ministerium in Zusammenarbeit mit der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg (ALR) anbietet, beleuchtet ganz praxisnah die Voraussetzung einer erfolgreichen Schulmensa - von den ersten Planungsschritten bis hin zum langfristigen Betrieb.

Unter den Teilnehmenden der diesjährigen Veranstaltungen waren viele Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinde- und Stadtverwaltungen, die als Träger der schulischen Einrichtungen eine wichtige Rolle bei der Schulverpflegung ausüben.

Tina Janitz, Leiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung in Baden-Württemberg betonte, wie wichtig es ist, alle am Umfeld der Schulverpflegung Beteiligten bei der Planung einer neuen Mensa miteinzubeziehen und den Austausch der Akteurinnen und Akteure zu fördern. Frühzeitig soll ein Runder Tisch mit dem Schulträger, der Schulleitung, den Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern, dem hauswirtschaftlichen Personal, dem Mensabetreiber und dem Fachplaner bzw. Architekten einberufen werden. Zunächst geht es darum, einen gemeinsamen Konsens zu bilden und eine Bedarfs- und Bestandsanalyse durchzuführen, bevor es an die Feinabstimmungen und die Erstellung eines Anforderungskatalogs mit Leistungsverzeichnis geht. Neben den formalen Anforderungen hängt der Erfolg einer Schulmensa entscheidend von der Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler ab. Dafür ist es wichtig, dass die Schulverpflegung im pädagogischen Konzept der Schule verankert ist und die Mensa als Lernort für Schülerinnen und Schüler fester Bestandteil des Schulalltags ist.

Aus der Perspektive der Fachingenieure Levin Leiser von der Ingenieurgesellschaft für Verpflegungstechnik IVT GmbH in Karlsruhe und Herrn Markus Beck vom Ingenieurbüro Beck in Wolfschlugen sind bei der Planung einer Mensa viele rechtliche und bauliche Anforderungen zu beachten. Während des Planungsprozesses ist es wichtig, die Zuständigkeitsbereiche klar zu definieren. Die Erfahrung zeigt, dass Schulküchenprojekte, die ohne professionelle Hilfe umgesetzt werden, oft erhebliche Defizite aufweisen. Im Falle von Gesetzes-, Verordnungs- oder Normverstößen muss in solchen Fällen häufig teuer nachgebessert werden.

Praxisbeispiele erfolgreicher Schulmensen rundeten beide Veranstaltungstage ab. In Tübingen stellten Frau Claudia Platzwahl, stellvertretende Abteilungsleiterin der Fachabteilung Schule und Sport der Stadtverwaltung Tübingen und Herr Carsten Schuffert, Vorsitzender des Mensafördervereins die Mensa der Französischen Schule in Tübingen vor. In einer Kombination von Festangestellten und Ehrenamtlichen wird die Mensa von einer Elterninitiative geleitet. Auf Wunsch der Eltern wurde das geplante Cook & Chill-System zu einer Mischküche mit hohem Frischküchenanteil erweitert. Das Resultat ist ein ausgewogenes Essen für die Schülerinnen und Schüler zu einem fairen Preis, das bei allen gut ankommt.

In Lichtenau stellten Herr Bürgermeister Christian Greilach und Frau Doris Wegner, Rektorin der Gustav-Heinemann-Schule, die in 2015/16 neu erbaute Schulmensa vor. Die gute Zusammenarbeit von Gemeinde, Gemeinderat, Bürgermeister, Hauptamt, Hausmeister und Architekt machte es möglich, dass Mensa und Küche innerhalb nur eines Jahres gebaut und eröffnet werden konnten. Derzeit essen 40 bis 50 Schülerinnen und Schüler der Grundschule regelmäßig in der Mensa zu Mittag.

Die Tagungsunterlagen zu den Veranstaltungen finden Sie hier.


Hintergrundinformationen:

Unterstützungs- und Beratungsangebote des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist eine gute und hochwertige Verpflegung an Schulen ein wichtiges Anliegen.

Mit der Veranstaltungsreihe "Schulmensen gut geplant" in Zusammenarbeit mit der Akademie Ländlicher Raum möchte das Ministerium die für Errichtung und Betrieb der Schulmensa verantwortlichen Fachkräfte sowie alle Interessierten informieren und so bei der Einrichtung und Etablierung einer erfolgreichen Mensa unterstützen.

Da Ministerium finanziert die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Baden-Württemberg (VNS-BW). Die VNS-BW ist Anlaufstelle für alle Akteure im Bereich Kita- und Schulverpflegung. Fundierte Informationen, Bündelung von Fachwissen und Erfahrungen sowie Vernetzung auf lokaler, regionaler und landesweiter Ebene sind zentrale Aufgaben der VNS-BW.

Im Projekt "GROSSE KÜCHE - GUTES ESSEN" unterstützte das Ministerium in 2015 und 2016 zehn Großküchen bei der Erlangung der DGE- und der Bio-Zertifizierung. Zwei Expertinnen begleiteten die Betriebe und halfen bei der Umstellung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Dies führte gleichzeitig zu einer höheren Gästezufriedenheit und Akzeptanz der Verpflegungseinrichtungen.


Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg (ALR)

Die Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg (ALR) ist eine Einrichtung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und trägt mit ihrer Tätigkeit als Informationszentrum und dialogorientiertes Forum zur Stärkung des Ländlichen Raums bei. Im Vordergrund stehen Veranstaltungen und Projekte zu aktuellen Themen des Ländlichen Raums.

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