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Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Martina Ehrentreich Leiterin Landeszentrum für Ernährung

„Kinderernährung aktuell“ setzt wichtige Impulse

Welche Ernährung brauchen Kinder, um gesund aufzuwachsen?
Diese Frage beschäftigt nicht nur Eltern, sondern alle, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten, besonders im Kleinkindalter.
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL ist sich der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, aber auch der vermehrten Verunsicherung diesem Thema gegenüber bewusst. „Unsere Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung leistet schon seit über drei Jahrzehnten aktuelle, neutrale und wissenschaftlich abgesicherte Informations- und Bildungsarbeit im Bereich der Kinderernährung. Mit dem BeKi-Zertifikat für Kindertageseinrichtungen, dem Ernährungsführerschein für Grundschulen und der pädagogischen Begleitung des EU-Schulprogramms geben wir den Einrichtungen weitere Instrumente an die Hand, um den Kindern Lust auf eine genussvolle und ausgewogene Ernährung zu machen“, betonte Gurr-Hirsch am 3. Juli 2019 in Stuttgart. „Essen und Trinken stellt für die Landesregierung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar, die in unsere Ernährungsstrategie für Baden-Württemberg mündete“, so die Staatssekretärin.
Die Tagung „Kinderernährung aktuell“ hat sich am 3. Juli 2019 auf vielen verschiedenen Wegen der anfangs gestellten Frage angenähert. Die Analysen von PD Dr. Tobias Effertz zeigten, wie stark bereits Kleinkinder von der Lebensmittelindustrie medial beeinflusst werden. Daher forderte er Einschränkungen von an Kinder gerichteter Werbung und sprach sich deutlich für eine Ausweitung der Verhältnisprävention aus, um die negativen Folgen einer unausgewogenen Ernährung einzudämmen.
Dr. Ute Alexy bekräftigte anhand der Daten aus der VeChi-Studie (Vegetarian and Vegan Children Study) mit 1-3jährigen Kindern, dass eine vegetarische Ernährung von Anfang an möglich sei. Auch vegan ernährte Kleinkinder könnten weitestgehend gesund aufwachsen, wenn die kritischen Nährstoffe wie Vitamin B12, B2 und Calcium supplementiert würden.
Wie wichtig Familienmahlzeiten für die Kindergesundheit sind, zeigte Dr. Mattea Dallacker anhand einer Metaanalyse von weltweit 57 Studien mit über 200.000 Probanden. Häufige Familienmahlzeiten senken das Übergewichtsrisiko bei Kindern, unabhängig von der Herkunft oder dem Alter der Kinder. Auch spiele es keine Rolle, ob gemeinsam Frühstück, Mittag- oder Abendessen eingenommen wurde und ob die ganze Familie mit am Tisch saß oder nur ein Elternteil. Die Qualität der Familienmahlzeiten scheint wichtiger zu sein als die reine Quantität.
Dr. Gert Mensink stellte Ergebnisse aus der EsKiMo II-Studie vor, die repräsentativ das Ernährungsverhalten von 2.644 Kindern und Jugendlichen (6-17 Jahre) untersuchte. Auf dessen Basis können gesundheitliche Risiken sowie aktuelle Entwicklungen im Ernährungsverhalten aufgedeckt und zielgruppenspezifische Maßnahmen entwickelt werden. Im Vergleich zu EsKiMo I im Jahr 2006 werden häufiger gemeinsame Familienmahlzeiten eingenommen, am häufigsten das Abendessen. Doppelt so viele Kinder und Jugendliche essen mittlerweile in der Schule zu Mittag. Eine vegetarische Ernährung wird bei Jugendlichen zunehmend wichtiger. Komplexe Kohlenhydrate werden in zu geringer Menge verzehrt, dafür zu viel Fleisch/Wurst, Süßigkeiten und Limonaden.
Die Leiterin des seit 2019 neu gegründeten Instituts für Kinderernährung am Max Rubner-Institut in Karlsruhe, Univ.-Prof. Dr. med. Regina Ensenauer, skizzierte die ersten zukünftigen Forschungsschwerpunkte. Zwar wisse man bereits, dass die ersten 1.000 eines Kindes (von der Schwangerschaft bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr) wesentlichen Einfluss auf die spätere Gesundheit haben können. Es soll jedoch nun mittels eines lebensphasenspezifischen Ansatzes das Zusammenwirken verschiedener Einflüsse auf die frühe Prägung von Krankheitsrisiken sowie der Einfluss des Ernährungsverhaltens von Kindern von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr wissenschaftlich erforscht werden. Aus den Ergebnissen sollen altersabhängige präventive Konzepten erarbeitet werden.

Auf den Seiten des Landeszentrums für Ernährung finden Sie die Kurzfassungen der einzelnen Vorträge.

Pressemitteilung des MLR

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