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v.l.n.r.: Max Maier maxmaier urban development, Check Services GmbH & Co.KG, Franz-Martin Rausch Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels e.V., Parlamentarischer Staatsekretär Hans Joachim Fuchtel MdB BMEL, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL MLR, Christina Millers MLR Moderation, Valentin Thurn Thurn Film GmbH und Mitbegründer Foodsharing e.V., Martin Boschet Geschäftsführender Vorstand Hohenloher Molkerei eG; Foto: MLR

Das Mindesthaltbarkeitsdatum – Ein Ansatz zur Lebensmittelrettung?

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette weggeworfen, oft auch noch Genießbares. Die Gründe für die Entstehung von Lebensmittelabfällen sind vielfältig. U.a. kann eine Verwechslung des Mindesthaltbarkeits- und des Verbrauchsdatums zu eigentlich vermeidbaren Lebensmittelabfällen führen. Denn auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können viele Lebensmittel oftmals unbedenklich verzehrt werden.

Am 4. November 2019 diskutierte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik, des Handels, der Wirtschaft, der Wissenschaft und Verbraucherinitiativen, welche Möglichkeiten sich bieten, den Anteil an Lebensmittelabfällen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren und welche Rolle dabei das Mindesthaltbarkeitsdatum spielt.

Dr. Ralf Greiner, Leiter des Instituts für Lebensmittel- und Bioverfahrenstechnik am Max Rubner-Institut in Karlsruhe, gab zunächst in seinem Impulsvortrag einen Überblick über das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und das Verbrauchsdatum (VBD). Sein Fazit: Grundsätzlich ist die Festlegung der Datumsangaben für die Lebensmittelhersteller eine Herausforderung, die von vielen Aspekten abhängt. Hier wären einheitliche Qualitätskriterien wünschenswert. Neben der Investition in technologische Ansätze zur Verlängerung des MHD und solche zur Echtzeitbestimmung der Lebensmittelqualität, müssen auch Verbraucherinnen und Verbraucher verstärkt über die Bedeutung beider Datumsangaben und deren Unterschiede informiert werden.

Diese Meinung wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Podiumsdiskussion (Friedlinde Gurr-Hirsch MdL Staatssekretärin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Parlamentarischer Staatsekretär Hans Joachim Fuchtel MdB Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Valentin Thurn Thurn Film GmbH und Mitbegründer Foodsharing e.V., Max Maier maxmaier urban development, Check Services GmbH & Co.KG, Franz-Martin Rausch Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels e.V., Martin Boschet Geschäftsführender Vorstand Hohenloher Molkerei eG) geteilt.

Darüber hinaus wurden weitere Vorschläge zur besseren Verständlichkeit und Unterscheidung der beiden Datumsangaben diskutiert. Diese gingen über eine farbliche Unterscheidung von MHD und VBD über das Weglassen von Tages- bzw. Monatsangaben bei Lebensmitteln, die länger als drei Monate haltbar sind, bis hin zu einer alternativen Kennzeichnung z.B. „beste Qualität bis“ bzw. „Verfallsdatum“. Auch die norwegische Variante wurde angesprochen. Dort begannen 2018 erste Milchprodukthersteller und ein Eierproduzent, ihre Produktverpackungen mit dem Zusatz „Am besten vor (dem xx.yy.), aber danach oft noch gut“ zu versehen. Auch in Deutschland wurden erste Produkte mit einem Zusatz zur Haltbarkeit versehen. Mit einem ähnlichen Ansatz geht die Intitiative „Too good to go“ vor. Unter dem Motto „Oft länger gut“ kennzeichnen seit dem 5. November 2019 26 Lebensmittelunternehmen erste Produkte.

Etwas unklar blieb allerdings die Frage nach der Haftung, wenn Lebensmittel, die das MHD überschritten hatten, z.B. über die Tafeln, weitergegeben werden. Hier wurde der Wunsch nach einem sicheren „Abgabekorridor“ geäußert.

Der Abend zeigte, dass sowohl Politik, Handel, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherinitiativen sich bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung größtenteils einig sind und sich gemeinsam auf den Weg zu einer Lösung machen wollen.

Verbraucherzentrale Hamburg: So erkennen Sie, ob Lebensmittel noch gut sind

Tafel Deutschland: Wie lange können Lebensmittel über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verzehrt werden?

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