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v.l.n.r.: Daniel Görmann Küchenleiter IM-Kantine Refugium, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Torsten von Borstel Geschäftsführer United Against Waste e. V.

Weltweit gehen auf dem Weg vom Acker auf den Teller etwa ein Drittel der für die menschliche Ernährung produzierten Lebensmittel verloren. In Deutschland macht das jährlich etwa 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln aus. Mit der Produktion von Lebensmitteln geht natürlich auch ein Verbrauch an Ressourcen einher – landen Lebensmittel in der Tonne, gehen die verbrauchten Ressourcen völlig umsonst verloren. Deutschland hat sich dem Ziel der Vereinten Nationen verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren. Auch unsere Landesregierung geht mit gutem Beispiel voran und setzt sich für die Vermeidung von Lebensmittelverlusten ein. Ein Bereich mit großem Einsparpotenzial ist die Außer-Haus-Verpflegung. Von etwa 70,5 Kilogramm an Lebensmitteln, welche pro Person und Jahr in der Außer-Haus-Verpflegung für den Gast bereitgehalten werden, werden laut Schätzungen des Umweltbundesamtes etwa 23,6 Kilogramm weggeworfen. Lebensmittelverluste entstehen in der Außer-Haus-Verpflegung zum Beispiel als Tellerreste, durch Überproduktion oder nicht bedarfsgerechte Planung.

Der Verein United Against Waste e.V. (UAW) setzt sich seit mehreren Jahren für die Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung ein und berät Betriebe hierzu. Durch die Entwicklung und das Bereitstellen von Lösungen und Schulungsprogrammen, von Hilfsmitteln und Kommunikationsmaterialien unterstützt UAW Betriebe in der Gemeinschaftsverpflegung dabei, Lebensmittelverluste zu reduzieren. Generell können durch eine Anpassung der Betriebsprozesse, rund 30% der Lebensmittelabfälle vermieden werden.

Um dieses Potenzial zu nutzen und Lebensmittelverluste in der Außer-Haus-Verpflegung zu reduzieren, hat die Landesregierung im Rahmen eines Projektes, insgesamt zwölf Landeskantinen die Möglichkeit eröffnet, an einem Coaching mit United Against Waste e.V. teilzunehmen. Ziel ist es, die Landeskantinen, die Gäste, sowie die Öffentlichkeit für die Wertschätzung von Lebensmitteln zu sensibilisieren und so Lebensmittelverluste zu vermeiden. Ein Betrieb der Gemeinschaftsverpflegung kann durch die Vermeidung von Lebensmittelverlusten je nach Größe jährlich etwa 5.000 bis 70.000 Euro einsparen. Eine Verringerung von Lebensmittelabfällen ermöglicht es Unternehmen somit dauerhaft wirtschaftlicher zu agieren, da Kosten im Einkauf, bei der Lagerung, Herstellung und Entsorgung reduziert werden können. Gleichzeitig wird ein wesentlicher Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und einer nachhaltigeren Ernährungswirtschaft geleistet.

Am 31. Juli 2019 besuchte Frau Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL die am Projekt teilnehmende Landeskantine des Innenministeriums, das Refugium der Philitia GmbH, um sich ein Bild über den Ablauf sowie über bereits erzielte Erfolge zu verschaffen. Torsten von Borstel, Geschäftsführer von United Against Waste e.V., hob die verheerenden Folgen der weltweiten Lebensmittelverschwendung hervor und beleuchtete die Rolle der Außer-Haus-Verpflegung bei der Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Er betonte aber gleichzeitig die gemeinsame Verantwortung hierzu, ohne den Zeigefinger allein auf Betriebe der Außer-Haus-Verpflegung richten zu wollen. Auch ökonomisch ist die Vermeidung von Lebensmittelverlusten mehr als sinnvoll. Daniel Görmann, Küchenleiter der Kantine, führte die Staatssekretärin anschließend durch die Küche und zeigte, an welchen Stationen Abfallmessungen durchgeführt wurden und zu welchen Schlüssen die Betreiber der Kantine zusammen mit UAW bereits gekommen und welche Lösungsansätze erarbeitet und eventuell sogar schon umgesetzt worden sind. Allgemein gültige Maßnahmen, welche auf jeden Betrieb der Außer-Haus-Verpflegung anwendbar wären, gäbe es, so Torsten von Borstel, allerdings nicht. In jedem Betrieb müssten eigene Lösungen entwickelt werden. Nach etwa sechs Monaten würden dann erneut Abfallmessungen durchgeführt und die Maßnahmen überprüft und wenn nötig auch angepasst. Dieser Prozess braucht Zeit. Der Anfang ist im Refugium aber schon gemacht, und auch Frau Staatssekretärin Gurr-Hirsch ist sich, nach Kennenlernen der von UAW angewandten Methoden und der dadurch erzielten Erfolge, sowie der Motivation und des Engagements von Daniel Görmann und seinem Küchenteam sicher, dass mit dem Projekt ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Landes geleistet wird.

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